Zeitreisen und die Hubschrauber von Abydos – Mythen der Grenzwissenschaft

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Der Tempel von Seti I in Abydos

Der Tempel von Seti I in Abydos

Ich weiß nicht, wer als Erster darauf hingewiesen hat. In dem Tempel von Sethos I in Abydos gibt es ein altes seltsames Relief. Eine der ersten Quellen über die ich darauf gestoßen bin, ist Drunvalo Melchizedek, der erst in seinem Flower of Life Seminar und später in seinem Buch „Die Blume des Lebens“ dieses Relief gezeigt hat. Auf den ersten Blick ist eine Darstellung von Panzern, Kampfhubschraubern und Jagdflugzeugen zu erkennen. Aber so einfach ist die Geschichte nicht. Manchmal wird gemutmaßt, daß es im alten Ägypten eine Technologie gab, um in unsere heutige Zeit zu schauen, in der genau dieses Kriegsgerät vorhanden ist. Eigentlich ist diese Idee schon lange widerlegt, doch sie geistert immer noch durchs Netz. Ich möchte hier ein paar Fotos von meinen Besuchen in Ägypten zeigen.

Der Deckenbalken mit Hubschrauber, Panzer und Düsenflugzeug?

Der Deckenbalken mit Hubschrauber, Panzer und Düsenflugzeug?

Bei meiner ersten Reise nach Ägypten, habe ich die Reiseleiterin mit in den Tempel genommen und sie gefragt, ob sie mir das erklären kann. Ihre erste Reaktion war großes Erstaunen, als sie dieses Relief gesehen hat, denn in der klassischen Ägyptologie kam es so nicht vor. Später dann stellte sich etwas mehr Gewissheit ein. Wir haben mit Fernglas und Kamera die Reliefs näher angeschaut und uns ist schnell klar geworden, was dort passiert ist.

Die Reliefs aus dem Tempel in Abydos vergrößert

Die Reliefs aus dem Tempel in Abydos vergrößert

Wir haben es in Ägypten mit einer Kultur zu tun, die über 6000 Jahre alt ist. Die Könige, Pharaonen und Dynastien haben oft gewechselt und damit manchmal auch die Interpretation der Realität. So hat ein Herrscher einen Tempel seines Vorgängers für sich übernommen und ihn den eigenen Vorstellungen entsprechend umgestaltet. Dabei sollte man auch wissen, dass ägyptische Tempel immer sehr bunt gestaltet waren. Das was wir heute sehen, ist nur ein Rest, der teilweise sehr verwittert ist. In Dendera oder stellenweise auch in hier Abydos bekommt man heute noch einen Eindruck von der Farbigkeit der ursprünglichen Bemalung.

Beato, Felice (1834-1907) - Tempio egizio

Der Tempel um 1900.
Beato, Felice (1834-1907) – Tempio egizio

Der Tempel in Abydos ist viele Jahrhunderte oder gar über Jahrtausende ohne Dach gewesen. Nachdem er ausgegraben wurde, hat man ihn rekonstruiert und das Dach wieder verschlossen. Dadurch ergibt sich erst der Eindruck eines geschlossenen Raumes, der diesen Tempel heute so besonders lebendig macht. Nun hatte der Tempel in Abydos in seiner ersten Form eine Kartusche, die bunt ausgemalt war und eine bestimmte Bedeutung hatte.

Später dann hat ein anderer Pharao diesen Tempel übernommen und die vorhandenen Reliefs in seine eigenen ändern lassen. Dazu wurde über die vorhandenen Hieroglyphen drübergepickert, um die Sicht herauszuarbeiten. Die alten Vertiefungen wurden mit Gips geschlossen und bunt übermalt. Durch die Kunstfertigkeit der Ägypter war es möglich, dass am Ende nur noch das neue Relief erkennbar war. Heute, viele Jahrhunderte später, ist die Farbe verwittert, der Gips ist ausgebrochen und wir sehen bei genauerem Hinsehen mehrere Hieroglyphen übereinander geschlagen. Auf den ersten Blick ist es nicht so leicht erkennbar, aber mit einem Fernglas ist es sehr deutlich zu sehen. Der seltsame Eindruck einer Technologie, die eigentlich aus unserer Zeit stammt, entsteht durch die Überlagerung von zwei verschiedenen Hieroglyphen.

Tempelrelief aus Karnak

Tempelrelief aus Karnak

Bei einer anderen Reise nach Ägypten habe ich auch den Tempel von Karnak besucht. Neben dem offiziellen Teil für den man Eintritt bezahlt, gibt es einen weiteren Museumskomplex, für dessen Besichtigung extra Eintritt bezahlt werden muss. Wahrscheinlich ist der Tempel von Karnak so groß, daß es genügt, die meisten Touristen in den Hauptteil zu führen. Ich hatte genug Zeit und Interesse, mir auch den zweiten Bereich anzuschauen. Und plötzlich bin ich auf ein Relief gestoßen, was mir sehr bekannt vorkam. Das sah doch ein bisschen aus, wie das bekannte Relief aus Abydos.

Beide Bilder im Vergleich Abydos und Karnak

Beide Bilder im Vergleich Abydos und Karnak

Wenn man dieses Relief aus Karnak vergleicht mit dem Bild aus Abydos mit den Hubschraubern, Panzern und Jagdflugzeugen, ist deutlich zu sehen, wie sich das Rätsel plötzlich auflöst. Insbesondere bei zweimal drei Balken am linken Rand ist die überlagerte Hieroglyphe gut zu erkennen. Der Panzer besteht aus einem Symbol einer Hand. Der Hubschrauber entspricht einem Bogen. Und das Jagdflugzeug ergibt sich aus der Hieroglyphe des Auges. Der Hubschrauber entsteht aus einem Arm ähnlich wie im unteren Teil zu erkennen. In Abydos hält der Arm eine Schale, in Karnak nur einen Stab. Mit diesem Wissen verliert die Darstellung ihre Mystik und Funktion als Zeugnis dafür, dass Ägypter in die Zukunft sehen konnten, und unsere Kriege voraussahen, aber ein anderes Detail der umfangreichen Geschichte Ägyptens wird lebendig.

Es gibt für mich immer noch genug Rätsel im alten Ägypten, aber das Rätsel der Hubschrauber, Panzer und Jagdflugzeuge ist für mich gelöst.

0 Gedanken zu „Zeitreisen und die Hubschrauber von Abydos – Mythen der Grenzwissenschaft

  1. Danke für diesen tollen Beitrag. Ich habe mir nicht vorstellen können, dass da wirklich Kriegsmaschinen gemeint waren…Aber es sah ja wirklich so aus. Die Erklärung ist nachvollziehbar und logisch.

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